Was die taz über "Nörgeln" schrieb

Nun ist es schon so, dass die Linken zu den kompetentesten Nörglern Deutschlands gehören – scheinbar hat das Buch die taz damit an der Ehre gepackt! taz-Redakteur Deniz Yücel hat übrigens für seinen satirischen Stil schon Preise gewonnen.
Von Deniz Yücel.

26. Oktober, 2010, Nörgelforschung
Im Meckern sind sich alle gleich

Nicht nur Linke tun es gern, auch die Gegenseite lässt sich nicht lumpen. Eric T. Hansen untersucht eine Lieblingsbeschäftigung der Deutschen.
 

Hier einige meiner Lieblingszitate:

Jeder kennt es, jeder tut es, öffentlich und privat. Es ist stets die erste Äußerung, die der Mensch von sich gibt ("Buäh!"), zuweilen ist es auch die letzte ("Mehr Licht!", Goethe). Ohne diese Tätigkeit würde die Menschheit immer noch in Höhlen hausen. Und die Deutschen stehen im Ruf, sich darauf besser zu verstehen als jede andere Nation. Die Rede ist vom Nörgeln.

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Progressives Nörgeln ist das Nörgeln darüber, dass sich die Dinge nicht ändern, konservatives das darüber, dass sie sich geändert haben. Und am Ende des Tages, wenn es ums Meckern über den Chef oder die Untergebenen und ums Herumquengeln am Partner oder der Partnerin geht, sind sich ohnehin alle gleich. Wer nölt, verliert

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Doch das Unterfangen, ein Buch über das Nörgeln zu schreiben, stellt den Verfasser wie den Kritiker vor schier unlösbare Probleme: Ist ein Autor, der über das Nörgeln nörgelt, nicht selbst ein Nörgler? Und kann ein Kritiker, der an dem Buch etwas auszusetzen hat, als irgendetwas anderes gelten denn als Klugscheißer, Lästermaul und Miesmacher?

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Zur Hochform läuft Hansen auf, wenn er die größten deutschen Nörgler, nömlich Luther und Goethe, würdigt. Dessen Faust ist für Hansen die "Jahrtausendfigur" des literarischen Meckerns schlechthin - und zugleich Sinnbild des Nörgelns deutscher Provenienz. Denn im Gegensatz zu anderen literarischen Jammerlappen wie etwa Hamlet habe Faust überhaupt keinen Grund, mit der Welt zu hadern. Warum er es dennoch tue? Er nörgelt, weil es ihm zu gut geht, sagt Hansen.

Der ganze Text online here.

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