Bellingham.
Geboren: 1960
In Washington, USA

Geschwister:
5
Bellingham liegt im äußersten Nordwesten der USA, gleich am Pazifik und kurz vor Kanada.

Es regnet.
Meine Eltern pflegten traditionelle Werte - als ich jung war, ärgerte mich das, aber jetzt verstehe ich, dass die meisten Dinge, an die sie glaubten, richtig und weise waren und es immer noch sind.
Hawaii.
1966.

Meine Lieblingsgeschichte über meinen Vater.
Als ich sechs war, brannte der Geschäftspartner meines Vaters mit dem ganzen Geld durch und mein Vater musste seine Linsenschleiferei zumachen. Da sagte er sich: "Ich kann in kaltem, regnerischen, grauen Bellingham pleite sein, oder ich kann irgendwo pleite sein, wo die Sonne scheint." Er kratzte sein letztes Geld zusammen, packte seine sechs Kinder ins Flugzeug und ab ging es nach Hawaii.
Kailua.
Aufwachsen in
Hawaii.
Sehe ich wie ein Surfer aus? Viel Kino, viel Conan und Herr der Ringe, viele Bücher über das Mittelalter und König Artus, viel träumen von Europa, wo ein echter Intellektueller sich zu Hause fühlen kann. Doch Hawaii hatte auch seine Schätze: Li Hing Mui, Aku, die Studentenzeitungen Surfrider und Ke'Alakai, die schönsten Mädchen der Welt, der Strand im Sonnenaufgang und das Geräusch der Brandung in der Nacht.
Die Mission.
Ich kam 1981 nach Deutschland, auf Mission für die Mormonenkirche im Ruhrpott ... und verliebte mich in dieses merkwürdige, exotische Land. Wie ist das so, auf Mission zu sein? Klingel.
"Guten Tag, wir kommen von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und möchten..."
Zuknall.
Klingel.
"Guten Tag, wir kommen..."
Zuknall.
Ex-Pat.
November 1983 kam ich zurück, um eine Krefelderin zu heiraten Wundern Sie sich nicht,
dass ich mit 23 heiratete.
Die Liebe ist ein Traum,
der mehr wert ist als das Leben.
In meinem ersten Krefelder Sommer sagte mir meine nagelneue Ehefrau: "Gehen wir frische Erdbeeren essen! Ich freue mich schon das ganze Jahr darauf!" Ich konnte ihre Begeisterung nicht begreifen. Deutsche Erdbeeren fand ich geschmacklos und nicht gerade süß. Ich war gefrorene und gezuckerte Erdbeeren gewohnt: so werden sie nach Hawaii importiert. Noch heute mag ich nur Erdbeeren, die überzuckert und noch halb gefroren sind.
Magister in Literatur des deutschen Mittelalters, LMU, München, 1989.
Was ich über das Mittelalter weiß: 1. Europa wurde am Weihnachtstag 800 durch die Vereinigung des römischen Staates, der katholischen Kirche und der germanischen Barbaren geboren.
2. Die Moderne begann am 18. April 1521, als der Europäer die Hoheit über die eigene Seele an sich riss.
3. Das Nibelungenlied ist kein Drachenepos sondern ein feministisches und politisches Meisterwerk über Konflikteskalation.
4. Wolfram von Eschenbach, nicht Goethe, ist der größte deutsche Dichter aller Zeiten.
Journalist.
1990.
Scheidung. Wir saßen in der Münchner U-Bahn an einem Sonntag und ich sagte, "Ich verlasse die Kirche", und sie sagte, "Das bedeutet, du wirst auch mich verlässen". Ich glaubte es ihr nicht, aber sie hatte Recht. Eine Scheidung ist der Zusammenbruch aller Träume.
Berlin.
1994. Irgendein Typ ruft sich zum Mönch aus und sein Café zum Kloster. Christo verpackt den Reichstag und ganz Berlin kommt zur Party. Ein Dutzend Kreuzberger spielen "Titanic" auf Nasenflöten ... ... Der geliebte Dilettantismus, die Reinheit des Anti-Alles, die Schnauze, der Selbstbetrug, die Punks, die nie aussterben, die Mutantenfrauen und verlorenen Söhne, die Cafés im Sommer, die Schönheit des Hässlichen. Mein intimster Ort in dieser Stadt ist eine Brücke in Schõneberg.
Die Nibelungenreise.
Und plötzlich war ich vierzig. Es war jetzt oder nie. Ich schmiss meinen Job und reiste ein Jahr lang durch Deutschland in einem VW-Bus auf der Suche nach dem Mittelalter. Und schrieb mein erstes Buch darüber. Ich folgte den Spuren acht mittelalterlicher Helden, von Stõrtebeker dem besoffenen Piraten über die blutrünstigen Nibelungen am Rhein bis hin zu dem Transvestiten-Ritter Ulrich und den großen Popstars Walther und Wolfram. Was ich gelernt habe:
1. Das Mittelalter ist immer noch da.
2. Deutschland ist so bizarr wie schön.
3. Du kannst deine Träume tatsächlich verwirklichen.
4. Hast du deinen Traum verwirklicht,
ist alles anders.
Erschieß mich doch.
Der Berliner Marathon 2005. Was ich gelernt habe: 1. Es macht nicht wirklich schlank.
2. Kein Weizenbier schmeckt so gut das Nachher-Weizen
3. Der Marathon selbst hat mit dem Training vorher nichts gemein
4. Es hilft, wenn deine Freundin dir ein T-Shirt mit den Worten: "Author on the run" schenkt ...
5. ... und wenn sie die letzten 10 Kilometer neben dir her radelt und dich anfeuert.
6. Wenn du es schaffst, glaubst du nicht mehr, dass es so schwer war. Das war es aber.
Ich habe ausgerechnet, dass ich noch Zeit habe, 25 Bücher zu schreiben, bevor ich sterbe.
Ich soll ausrichten: All die guten Gags sind von ihr.
Meine Co-Autorin
Astrid Ule.

Ich schreibe keine Bücher ohne sie.
Drehbuchautorin, Texterin, Lektorin und Satirikerin Astrid Ule und ich begegneten uns auf einer Halloween-Party 1996 und entdeckten, dass wir beide das Erzählen lieben.

Ach ja, sie zeichnet auch.
FAQs
Was bedeutet das "T"?

"Terrific"
Lebt ihr zusammen?

Wo?

Habt ihr Kinder?

Ist sie eine gute Katze oder eine böse Katze?
Ja.

Berlin.

Nein, aber wir haben eine Katze.

Sie ist eine böse Katze.
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